Ein paar Tipps & Bemerkungen...
...zu Radwegen:
Nicht alles was nach einem Radweg (Aussprache: Rad weg!) aussieht, darf oder muß auch benutzt werden:
- Benutzungspflichtig sind nur die Radwege, die für die eigene Fahrtrichtung mit den Zeichen 237, 240 oder 241 ausgeschildert sind. Das Radwegschild muß nach jeder Einmündung wiederholt werden, ansonsten ist die Benutzungspflicht aufgehoben.
- Linksseitige Radwege, die nicht für die eigene Fahrtrichtung ausgeschildert sind, dürfen nicht benutzt werden!
- Auf freigegebenen Gehwegen (Zusatzschild "Fahrrad frei") darf gefahren werden - jedoch nur mit Schrittgeschwindigkeit!
Doch es müssen auch alle der folgenden drei Voraussetzungen erfüllt sein, damit ein entsprechend ausgeschilderter Radweg benutzungspflichtig ist:
- Der Radweg muß straßenbegleitend sein, d. h. er hat dieselbe Vorfahrtsregelung wie die parallel verlaufende Fahrbahn und er verläuft nicht "zu weit" von der Fahrbahn entfernt.
- Der Radweg ist benutzbar, d. h. er ist nicht zugeparkt, zugestellt oder (im Gegensatz zur Fahrbahn) nicht von Schnee geräumt.
- Der Radweg ist zumutbar, d. h. er ist z. B. nicht mit Glasscherben, Split oder Streugut übersäat. Auch ständige Wechsel der Straßenseite dürften wohl hier gemeint sein.
Ausführliche Informationen: Bernd Sluka: Radwege, rechtlich und Sicherheit von Radwegen
...zu Radwanderwegen:
Bei gutem Wetter können die Radwanderwege so stark von Radlern und Fußgängern bevölkert sein, daß ein zügiges und vor allem ein sichereres Vorankommen nicht mehr möglich ist. Doch nicht nur Rennradfahrer sollten sich auf Überraschungen gefasst machen: (Murphy läßt grüßen)
- Nicht überall wo ein Radwanderweg weitergeht, steht auch ein Wegweiser.
- Nicht überall wo ein Wegweiser steht, führt auch ein (Radwander-)Weg weiter.
- Sind sowohl ein Wegweiser, wie auch ein Weg vorhanden, dann ist der Weg entweder nicht befahrbar, oder an der nächsten Ecke gilt 1. oder 2.
Nein, auf dem Foto ist kein Schild verdreht worden. Am rechten Straßenrand wird man darauf aufmerksam gemacht, man möge doch jetzt links in der Botanik weiter fahren. Bei genauerer Betrachtung erkennt man dort hinter dem Schild tatsächlich einen “Single Trail” den Hang hinunter.
Boshaftigkeit? Da am Ende der Gefällstrecke ein Stopschild wartet, hofft man wohl auf diese Art und Weise einige Unfälle ungeübter Radfahrer auf defekten Rädern zu vermeiden. Aber es heißt ja auch Radwandern...
...zu Karten für Radfahrer
Karten für Radfahrer gibt es viele. Ich benutze folgende Karten:
- Kreiskarten 1:50.000 (SK 50K) des Landesvermessungsamt
Nordrhein-Westfalen
Vorteil: topographische Kartengrundlage, Nummern der Land- und Kreisstraßen - Topographische Übersichtskarten 1:200.000 (TÜK) des
Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen
Vorteil: für unterwegs reicht eine (verkleinerte) DIN A4 Kopie - AktivRegional Radtourenkarten 1:100.000 (Sonderdruck der BDR-Karten aus dem Haupka
Verlag)
Vorteil: Angabe der Verkehrsdichte für alle Straßen
Nachteil: nur wenige Höhenangaben, Steigungsangaben ungenau, falsch oder nicht vorhanden! - Die Generalkarte Bielefeld, Hamm, Kassel (Pocket, Blatt 9) 1:200.000
Alternative zu den TÜK, für gelegentliche Ausflüge in unbekannter Gegend ausreichend.
Die ersten beiden Kartenwerke gibt es als TOP50 (für jedes Bundesland) bzw. TOP200 (ganz Deutschland) von den Landesvermessungsämtern auch auf CD-ROM. In der Version 3.0 bietet die Software auch Höhendaten, so dass Höhenprofile, 3D- und perspektivische Ansichten aus Kartenausschnitten berechnet werden können.
Die Kreiskarten sind größer (sprich: preiswerter) als die einzelnen Blätter der Topographischen Karten 1:50000 — der Hochsauerland Kreis ist ein Schnäppchen :-). Von den einzelnen Kreisen gibt (gab?) es auch Radwanderkarten auf der Grundlage der Kreiskarten. Auf den Karten sind straßenbegleitende Radwege, Fern- und lokale Radwanderwege markiert.
Wer sich allein nach den Haupka-Karten orientieren will, sollte über eine gute Kondition verfügen. Die ADFC-Radtourenkarten 1:150000 (Kartengrundlage: topographische Übersichtskarte 1:200000) werben mit Angaben zur Steigungen, Verkehrsbelastung und Oberflächenbeschaffenheit. Sie bieten dieses jedoch nur für einzelne Routen (meist Fernradwege mit teils absurder Streckenführung).
BTW: Es gibt einen Radwege-Stadtplan für Paderborn, der zeigt — ebenso wie die Radwanderkarten der Kreise — wo man möglichst nicht fahren sollte...
Letzte Änderung: 2004-04-04