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Rattus Norvegicus / 1977

(ersten 10 000 LPs mit Free Single Peasant In The Big Shitty (live) / Choosey Susie)

Von Null auf vier in den UK-LP Charts, nicht schlecht für das Debütalbum einer Gruppe mit so einem Namen und so grimmig blickenden Gestalten auf dem Cover...

Die Songs auf ihrem Erstlingswerk erzählen in ihrer damals typischen direkten Art von dem, was sie in ihrem täglich Leben in London erlebten, von der spießbürgerlichen, verlogenen Gesellschaft die sie dort umgab. Ob nun Punk, oder auch nicht - die Stranglers wissen ihren Instrumenten weitaus mehr als nur 3-Akkordmelodien zu entlocken. Wertung: ***** von 5 Sternen

Sometimes / Goodbye Toulouse / London Lady / Princess Of The Streets / Hanging Around / Peaches / (Get A) Grip (On Yourself) / Ugly / Down In The Sewer a) Falling, b) Down In The Sewer, c) Trying To Get Out Again, d) Rats Rally

No More Heroes / 1977

Obwohl es zusammen mit dem Vorgänger Rattus Norvegicus in nur zwei Wochen aufgenommen wurde, unterscheiden sich die Songs doch von denen des Debütalbums. Sie sind lauter, härter, kommen weniger avantgardistisch-psychodelisch daher. Aber auch hier bringen sie uns neben dem "rebellischen" 'No More Heroes' wieder ihre Umwelt in vor Sarkasmus triefenden Songs näher. Wertung: **** von 5 Sternen

I Feel Like A Wog / Bitching / Dead Ringer / Dagenham Dave / Bring On The Nublies / Something Better Change / No More Heroes / Peasant In The Big Shitty / Burning Up Time / English Towns / School Mam

Black And White / 1978

(ersten 75 000 LPs mit Free Single Walk On By // Tits (live) / Mean To Me)

Rauh, ungeschliffen und todesschwanger kommt das nächste Album daher. Angesiedelt irgendwo zwischen Brachialität und psychedelischen Hammondorgel- Vibrationen der späten Sechsiger, verarbeiten sie die Erfahrungen ihrer ersten weltumspannenden Tour. Wertung: ***** von 5 Sternen

Tank / Nice'n'Sleazy / Outside Tokyo / Sweden (All Quiet On The Eastern Front) / Hey! Rise Of The Robots / Toiler On The Sea / Curfew / Theatened / In The Shadows / Do You Wanna? / Death And Night And Blood / Enough Time

PS: Der Funkspruch am Ende von 'Enough Time' lautet übrigens: SOS - this is planet earth - we are fucked - please advise

The Raven / 1979

(ersten 20 000 LPs mit 3D-Coverfoto)

Die Stranglers auf Wikingertrip? - Nein, nicht wirklich, es werden ja auch noch die Themen dekadentes Kalifonien, Drogenerfahrungen, nukleare Ausverkauf Australiens, der Shah und Alayatollah Khomenie und die Gentechnik in gewohnt bissiger Manier abgewickelt. In 'Meninblack' kündigt sich bereits an, was das nächste Album bringen wird.

Zusammen mit 'Bear Cage' (CD Bonus Track) das wohl politischste Album der Band. Als weiteren Bonus Track hätte sich da eigentlich noch 'Who Wants The World?' angeboten. Wertung: ***** von 5 Sternen

Longships / The Raven / Dead Loss Angeles / Ice / Baroque Bordello /Nuclear Device / Shah Shah A Go Go / Don't Bring Harry / Meninblack / Genetix

(The Gospel According To) The Meninblack / 1981

Das wohl mit Abstand schwärzeste Album der Würger (bis jetzt). Die Zeit im Gefängnis (Erregung öffentlichen Ärgernisses - in Nizza haben sie genutzt um ein Konzept zu entwickeln, mit dem sie dann die Plattenindustrie, die Kritiker und Fans (v)erschreckt haben. Das Album war der Zeit zuweit voraus.

In den Songs bearbeiten die Stranglers die Theorie, dass Ausserirdische vor einigen Jahrhunderten zur Erde kamen und neben den Pyramiden auch noch etwas Intelligenz für die Menschheit hinterließen. Doch keine Angst, diese verdorbene Welt wird (trotzdem oder deswegen?) untergehen und ihrer gerechten Strafe nicht entgehen. Erich von Dänicken läßt grüssen...

Nachdem 'Thrown Away' nur Platz 42 in den UK-Charts belegte und 'Just Like Nothing On Earth' schon gar nicht mehr in die Charts kam, wurde 'Waltzinblack' doch nicht mehr als Single veröffentlicht - das Cover war schon fertig... Wertung: ***** von 5 Sternen

Waltzinblack / Just Like Nothing On Earth / Second Coming / Waiting For The Meninblack / Turn Teh Centuries, Turn / Two Sunspots / Four Horsemen / Thrown Away / Manna Machine / Hallow To Our Men

La Folie / 1981

Jeder hat den Song schon einmal gehört, und jeder bietet eine andere Interpretation, worum es in 'Golden Brown' geht. So heißt es schnell, es ginge mal wieder um Drogen; in einem Interview erklärt JJ, es sei ein akustischer Rorschachtest und Hugh spottet in einem Konzert: It's about black lesbians one parent-mothers, high on lager, running around the streets of [?]bury on a motorbike - Nun denn.

Nichtsdestoweniger markiert dieser Song einen Wendepunkt in der musikalischen Entwicklung der Stranglers, hin mehr zum Mainstream. Mit 'Strange Little Girl' hinterließen sie EMI noch einen Abschiedshit, der bereits Mitte der '70er Jahre von einem Manager der selben Firma als minderwertig ablehnt worden war... Wertung: **** von 5 Sternen

Non Stop / Everybody Loves You When Your Dead / Tramp / Let Me Introduce You To The Family / Ain't Nothing To It / The Man They Love To Hate / Pin Up / It Only Takes Two To Tango / Golden Brown / How To Find True Love And Happiness In The Present Day / La Folie

Feline / 1982

(erste Pressung mit Free Single Aural Sculpture Manifesto / -)

In Fortführung der mit 'Golden Brown' auf dem vorherigen Album eingeschlagenen Richtung bieten uns die Stranglers diesmal ein ganzes Album voller harmonisch-seichter Nummern - angesiedelt in einem Konzept, das J.J. Burnel 1977 schon einmal in einem Solo-Projekt bearbeitet hatte: Europa.

Ohne Ecken und Kanten, dafür mit viel Pathos, Bombast und Tiefgang. Die Stranglers werden zahm. Wertung: *** von 5 Sternen

Midnight Summer Dream / It's A Small World Too / Ships That Pass In The Night / The European Female / Let's Tango In Paris / Paradise / All Roads Lead To Rome / Blue Sister / Never Say Goodbye

Aural Sculpture / 1984

Eigentlich ging es nur darum zu sagen: Wenn das Musik ist, was einige Gruppen als Musik verkaufen, dann wollen wir nicht mehr als Musiker bezeichnet werden:

Wenn diejenigen unter uns, die sich der Schaffung Auraler Skulptur verschrieben haben, die Prostitution der um uns herum wuchernden Töne nicht länger einfach hinnehmen können, ist es an der Zeit, sich dazu zu äußern. Die Musiker unserer Zeit sind Gauner und Scharlatane, die von der Wissenschaft Gebrauch machen, ohne Wissenschaftler zu sein, und die Kunst mißbrauchen, ohne Künstler zu sein. Wir sind Zeuge des Untergangs der Musik. So sei es! Die Welt muß sich auf das Kommen der auralen Skulptur einstellen, deren Gegenwart jetzt von den wenigen Glücklichen empfunden wird, die Ohren haben zu hören, Augen zu sehen und die Intelligenz zu verstehen.[...] - Aural Sculpture Manifest. Wertung: ***** von 5 Sternen

Ice Queen / Skin Deep / Let Me Down Easy / No Mercy / North Winds Blowing / Uptown / Punch & Judy / Spain / Laughing / Souls / Mad Hatter

Dreamtime / 1986

Die Welt könnte ja so schön sein - wären da nicht die Gefahren der Kernenergie, die Bedrohung des Lebensraums der australischen Aboriginals, die Apartheit, die Armut und Ausbeutung der dritten Welt, und und und... Der Traum als einziger Ausweg eines hilflosen Menschen am existenziellen Abgrund? Ein kleiner Seitenhieb auf die USA und auf die Schönen & Reichen darf natürlich auch nicht fehlen. Wertung: ***** von 5 Sternen

Always The Sun / Dreamtime / Was It You? / You'll Always Reap Just What You Sow / Ghosttrain / Nice In Nice / Big In America / Shakin' Like A Leaf / Mayan Skies / Too Precious

10 / 1990

Die Stranglers haben ihr zehntes Studioalbum vollendet und alle Welt kommt vorbei um sie zu beglückwünschen - so ist wohl das geniale Cover zu verstehen. Doch leider ist das auch schon fast das Beste an diesem Werk, neben 'Never To Look Back' und einer Coverversion von '96 Tears'.

Produziert wurde das Album von Roy Thomas Baker mit dem Ziel, in den Staaten endlich den Durchbruch zu schaffen. Auch wenn es zwar der größte Erfolg der Würger in den USA war - hier sind sie wohl dem 'Sweet Smell Of Success' erlegen. Schade! Wertung: **(*) von 5 Sternen (einer für das Cover)

Sweet Smell Of Success / Someone Like You / 96 Tears / In This Place / Let's Celebrate / Man Of The Earth / Too Many Teardrops /Where I Live / Out Of My Mind / Never To Look Back

Stranglers In The Night / 1992

Nachdem Hugh die Band verlassen hatte, beschloss der Rest der Gruppe ohne Hugh weiter zu machen. Ein guter Gitarist war schnell gefunden: John Ellis, er hatte schon 1979 in JJ's Euroband gespielt und Hugh für ein Konzert im Frühjahr 1980 vertreten, als Hugh "Gast" im 'Pentonville Prison' war, und nicht zuletzt hatte er die Band auch schon auf ihrer letzten Tour begleitet. Paul Roberts ist nun der neue Sänger, als Fan kannte er auch schon die Texte...

Monotone Drums, dumpfe Basslinien, verschnörkeltes Keyboard, spartanische Riffs - fast wie früher, nur den Texten scheint der satirische Tenor langsam entgültig verloren zu gehen. Wertung: *** von 5 Sternen

Time To Die / Sugar Bullets / Heaven Or Hell / Laughing At The Rain / This Town / Brainbox / Southern Mountains / Gain Entry To Your Soul / Grand Canyon / Wet Afternoon / Never See / Leave It To The Dogs

About Time / 1995

About Time bringt mal wieder etwas unerwartetes - doch daran sollte man sich inzwischen gewöhnt haben. Nachdem die Stranglers von 1984 bis 1990 ihre Instrumentierung um Blässer erweiterten, sind nun Streicher dran. Wie 'Sinister' und 'Still Life' zeigen - keine schlechte Idee. Bei 'Face' greift Nigel Kennedy - ein Fan der Band - zur Violine. Wertung: **** von 5 Sternen

Golden Boy / Money / Face / Sinister / Little Blue Lies / Still Life / Paradise Row / She Gave It All / Lies And Deception / Lucky Finger / And The Boat Sails By

Written In Red / 1997

(limitierte Edition mit "Plasma-Beutel")

Irgendetwas fehlt diesem Album, so war zumindest mein erster Eindruck - und der blieb leider. Wo sind JJ's dumpfen Basslinien? Wo ist Dave's ehemals "massive swelling organ" geblieben? Weg produziert? Zum Glück nicht ganz, bei den ersten beiden Stücken tauchen sie noch auf. Doch herausgekommen ist insgesamt ein Album ohne Ecken und Kanten, bei dem weniger Technik oftmals mehr gewesen wäre.

Die Coverversion von 'Summer In The City' ist nur auf Druck der Plattenfirma auf das Album gekommen, aber mit so einer experimentellen Version hatte sie wohl nicht gerechnet... Wertung: *** von 5 Sternen

Valley Of The Birds / In Heaven She Walks / In A While / Silver Into Blue / Blue Sky / Here / Joy De Viva / Miss You / Daddy's riding The Range / Wonderful Land

Coup De Grace / 1998

Der Kommentar kommt diesmal nicht von mir, doch dem kann ich im Großen und Ganzen nur zustimmen. Wertung: ***** von 5 Sternen!

From: C.Skala@ [cut to prevent spam] To: niels@ [cut to prevent spam] Subject: Coup de Grace

Hallo Niels, meine Anmerkungen zum neuen Album, vielleicht von Interesse... Grüße aus Wien Christof

After a few listenings to Coup de Grace I have to say ---- I`m really positively surprised.
God is Good --- heavy style with great oriental-islamic touch for dancing around nearly on the same level as the Raven tracks, great
You don`t.... --- sung by JJ in the Something/Motorcycle/Where I Live mood, quite good song
Tonight -- is this a Babybird (Candy Girl etc.) track? Well if it is then it would be a hit. I`m not quite concinved by PR singing, nethertheless very good track
Jump over... --- I like the up-tempo Shakin` Like A Leaf pattern, Dave`s keyboard playing reminds me of Ultravox in the early 80s. I like the song as a whole, really good aural fun.
Miss you --- containes some tunes of Un Jour Parfait with half of a waltz-theme, mellow and very fine track, good singing of JJ
CdG --- oh yeah, reminds me of Longships from the Raven, this should be live phantasticly, on the record probably I miss a bit of up and down, no clear refrain, but this is very cool - great sound
In The End --- absolutly a great song with the best JJ singing of all time, could be a No.1 hit, less is more here, would work perfect for film music
No reason --- PR`s singing is excellent on this track, noting special but still a very good song
Known... --- it`s Christmas time, is this a Bing Crosby song?? -> perfect for the US market, it`s ok though
Light -- excellent singing by Paul, the song is much better than Leave It To The Dogs and Boats Sail By `cos the returning theme is sung with with much more feeling for the melody, probably written by Jet (jazzy background with waltz hints), very good track

The album works great as a unit, the instrumentation is complex and compact - there is much more life in it, not as boring as on the previous albums, this one is more trendy and modern than any other album since Aural Sculpture in my opinion. It has an American style (especially track 9 and 10), so it could do well in the States. If this album have been the result instead of 10 then HC wouldn`t have left the band. JJ has done a great job (songwriting and singing)! They should release a single (maybe In The End before Christmas) and with some marketing and air play people will buy it `cos they love it. The Stranglers are back on form. Big surprise.

God Is Good / You Don't Think That What You've Done Is Wrong / Tonight / Jump Over My Shadow / Miss You / Coup De Grace (S-O-S) / In The End / No Reason / Kown Only Unto God / The Light